Wiederaufbau und Neubeginn
Was 1945 von Sendeanlagen und Rundfunkhäusern übrig geblieben war, wurde von den Alliierten beschlagnahmt und zunächst als Soldatensender oder Sender der jeweiligen Militärregierung benutzt. Jede unbeaufsichtigte Sendetätigkeit von Deutschen war verboten. Ein gemeinsames Konzept der Besatzungsmächte für die Organisation des deutschen Rundfunks der Nachkriegszeit gab es nicht; sie orientierten sich in der Regel an den Strukturen ihrer Heimatländer. In den Darbietungen der Sender überwog das Programm der "Re-Education", um das politische und gesellschaftliche Leben der Deutschen auf demokratischer Basis umzugestalten. Nachrichten in Musik verpackt waren dabei für alle Besatzungsmächte das Gebot der Stunde...
Die Rundfunkindustrie war durch Krieg, Demontage, Rohstoffmangel und Verkehrsbeschränkungen nahezu völlig zusammengebrochen, ihr Verband von den Alliierten aufgelöst worden. Die Bewirtschaftungsbestimmungen der Besatzungsmächte regelten die Verteilung der geringen Produktionsmasse; mit Material aus ihren Restbeständen fingen einige Hersteller wieder mit der Fabrizierung einfacher Detektorempfänger für Kopfhörerbetrieb an, d. h. die Neufertigung von Geräten musste nach 1945 noch einmal alle Epochen der deutschen Geräteentwicklung vom Detektorempfänger bis zum Vierröhren-Standard-Super durchlaufen. Sie hatte erst 1948 qualitätsmäßig etwa den Stand von 1936 erreicht.
In der SBZ, wo vor dem Krieg rund 75 % der Produktion hergestellt worden war (inkl. Berlin), waren Firmen wie Mende (Dresden), Körting (Leipzig) und Graetz (Ost-Berlin) enteignet und zu "Volkseigenen Betrieben" umgewandelt worden. In den Westzonen waren Geräte bis zur Währungsreform 1948 nur gegen Bezugsscheine verkäuflich, so dass sich ein "Schwarzer Markt" mit stark überhöhten Preisen entwickelte. Ähnlich wie in den 20er Jahren entstanden viele Kleinstbetriebe, die sich mit der Produktion von Radios eine neue Existenz schaffen wollten. Alles zusammen führte zu einer Krisensituation, die sich erst mit der Währungsreform und der darauffolgenden Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949 lockerte.
Im Juli 1949 war auch die erste Ära des Nachkriegsrundfunks beendet. Die Befehlshaber der bisherigen drei Westzonen hatten die Militärsender ihrer Gebiete in deutsche Hände übergeben, und es entstanden aufgrund von Landesgesetzen Landessender des öffentlichen Rechts unter deutscher Verwaltung. Mit einer Ausnahme: Der am 6. Februar 1946 von den Amerikanern gegründete DIAS (Drahtfunk im amerikanischen Sektor Berlins), nach einem halben Jahr in RIAS umbenannt (Rundfunk im amerikanischen Sektor Berlins) blieb weiter unter amerikanischer Aufsicht, machte jedoch mit deutschem Personal deutsches Programm.
In den Kriegsjahren gab es keine Funkausstellungen; die Anfangs noch von der Rundfunkindustrie produzierten Exportgeräte wurden auf den Leipziger Messen vorgestellt. Erst im Jahr 1949 wurden die Planungen für Funkausstellungen wieder aufgenommen und nach der “Kleinen Funkausstellung 1949” in Berlin fand die erste Nachkriegsausstellung dann 1950 in Düsseldorf statt.



Der Bereich 1945 - 1970 wird fortgesetzt. - In Vorbereitung.
EX / RST 11.12.2009
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