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Technikgeschichte im Detail (Die einzelnen Kapitel): 1922 - 1932, 1933 - 1945, 1945 - 1970, 1971 - 1989, 1990-2009, ab 2010
Vorwort. Entwicklung der Rundfunktechnik bis 1923
Der deutsche Unterhaltungsrundfunk begann im Oktober 1923. Für interessierte Radiofreunde kamen mehrere Zeitschriften (z.B. Radio, Funk, Funk-Bastler, Radio-Amateur) auf den Markt, die neben anderen Themen zum Rundfunk auch technische Informationen zu Industriegeräten und Bastelvorschläge veröffentlichten. Aber ein in den Anfangsjahren des Rundfunks jährliches wiederkehrendes Ereignis wird zur umfassendsten Informationsquelle: die Funkausstellung.
Anhand dieser Funkausstellungen beschreiben wir auf den folgenden Seiten die technische Entwicklung des Rundfunks, genauer des Rundfunkempfängers. Quelle hierzu bot die Publikation “70 Jahre Funkausstellung” (DRM/Vistas, 1994).
Vorab einige wenige Daten aus der “Vor-Rundfunkzeit”, die unter anderem zur Entwicklung des Radios und zum Start des Unterhaltungsrundfunks beigetragen haben:
1888: Heinrich Hertz (1857-1894) erbringt den experimentellen Nachweis schneller elektromagnetischer Wellen. Das “Zeitalter” der Radiowellen beginnt...
1895: Guglielmo Marconi (1874-1937) nutzt bei Bologna die Entdeckungen von Hertz, Popow und Branley zu Funkversuchen aus.
1897: Marconi überbrückt am 14. Mai 1897 in England eine 5 km lange Strecke mit Funkwellen. Er überträgt das Morsezeichen “V”. Die eigentliche Geburtsstunde des drahtlosen Funks, die schon über die Laborzimmerreichweite und Kurzstreckenversuche deutlich hinausgeht.
Adolf Slaby (1849-1913), der bei diesen Versuchen anwesend war, experimentiert danach zusammen mit Georg Graf von Arco (1869-1940) in Berlin mit Funkwellen. Sie überbrücken die Strecke Sakrow- Potsdam und im Herbst Berlin/Schöneberg-Rangsdorf (21 km).
Die Funktechnik wird anschliessend für kommerzielle und militärische Zwecke genutzt.
(Technik: Löschfunkensender und Detektorempfänger).
1908: Ferdinand Braun führt den Kristalldetektor ein, ein wesentliches Bauteil für späteren Detektor-Radioempfang.
1912: Die 1906 von Robert von Lieben (1878-1913) patentierte “Lieben-Röhre” geht in Serienfertigung, das “Röhrenzeitalter” beginnt. In der Folge werden verbesserte Empfänger- und Verstärkerröhren entwickelt. Hans Rukop (1883-1958) entwickelt bei Telefunken erste Senderöhren. Entwicklung der Empfängerröhre.
Video: “Liebenröhre” (für Windows Media Player, 260 KB)
1917: Auf Initiative von Hans Bredow (1879-1959) und Alexander Meißner (1883-1958) werden an der Westfront erste Musikübertragungen mit Röhrensendern und -empfängern durchgeführt.
1920: Erste Sprachübertragungen aus der Hauptfunkstelle KönigsWusterhausen. Auch in Eberswalde soll es von der Lorenz-Sendeversuchsstation inoffizielle rundfunkähnliche Sendungen gegeben haben.
Beginn des telegraphischen Wirtschaftsrundfunks, ab 1922 wurde auf Telefonie umgestellt. Die Empfangsgeräte der Abonnenten waren plombiert.
29.10.1923: Berlin, Vox-Haus: Der erste deutsche Rundfunksender (Radio-Stunde A.G., ab 18. März 1924 umbenannt in Funk-Stunde AG) nimmt seinen Dienst auf. Der Unterhaltungsrundfunk in Deutschland beginnt.
Es folgen 1924 weitere Rundfunksender: März: 1.3. Leipzig, 30.3. München, 30.3. Frankfurt/Main Mai: 2.5. Hamburg, 10.5. Stuttgart, 26.5. Breslau Juni: 14.6. Königsberg i. Pr. Oktober: 10.10. Münster (später Köln) November: Bremen Dezember: Hannover
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Fotos: Archiv DRM / Andreas Springer, Hendrik Pastor
EX / RST 06.12.2009
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