Das Rundfunk-Museum 1973-1988

Umgestaltung 1973

 

Um das Museum einem grösseren Publikum zu öffnen, wurde es 1973 anlässlich der Sonderausstellung "50 Jahre deutscher Rundfunk" völlig umgestaltet. Es folgten alle zwei Jahre, immer anlässlich der Internationalen Funkausstellung, Sonderausstellungen zu rundfunkspezifischen Themen.

Im Herbst 1988 wurde das Museum wegen einer anstehenden Gebäudesanierung für 10 Monate geschlossen.

 

Zur 2. Internationalen Funkausstellung 1973 in Berlin, die unter dem Motto des 50jährigen Rundfunkjubiläums in Deutschland stand, änderte das Museum sein Gesicht mit der Ausstellung "50 Jahre deutscher Rundfunk". Das Hauptmotiv dieser Ausstellung war der Versuch, für jeden Besucher - auch den technisch nicht vorgebildeten - Zusammenhänge von Zeitgeschichte und Technik unmittelbar anschaulich zu machen, und zwar nicht durch blosse Aneinanderreihung historischer technischer Geräte, sondern durch die Integration von elektronischen Einrichtungen in das alltägliche Leben der Menschen.

 

Es sollte ein Überblick über die Entwicklung der elektronischen Medien gegeben werden, die in den letzten 50 Jahren unsere Lebensgewohnheiten in zunehmendem Masse beeinflusst haben.

 

Diese Darstellung des Zusammenhangs von Technik und gesellschaftlicher Umwelt sollte dem Besucher anhand von historischen Schwerpunkten vermittelt werden, d.h. in 8 verschiedenen Dekorationen aus fünf Jahrzehnten deutscher Rundfunkentwicklung wurden die jeweils modernsten technischen Errungenschaften gezeigt, eingebettet in soziologische und zeitgeschichtliche Übersichten der betreffenden Epoche: mehr.jpg

 

  1. Historisches Hörfunk-Studio aus dem Vox-Haus von 1923
  2. Wohnzimmer aus den zwanziger Jahren
  3. Rundfunkladen
  4. Rundfunkwerkstatt
  5. Öffentliche Fernsehstube der Reichspost, in der Original-Programme der damaligen Zeit gezeigt wurden.
  6. Jahr 1945 Luftschutzkeller. in dem Luftwaffenmeldungen, Nachrichten und "Feindsendungen" abgespielt wurden.
  7. Wohnzimmer aus den fünfziger Jahren
  8. Wohnzimmer aus den siebziger Jahren

    Zur Spezialseite mit Photos von den 8 Dekorationen mehr.jpg

 

 

Die dreissiger Jahre wurden durch eine   und  aus derselben Epoche gaben einen Überblick über technischen Stand und Design der Geräte jener Zeit. 

 

Um die dargestellten Situationen zu vervollständigen, wurden originale Hörfunk- und Fernsehprogramme ständig eingespielt. Projektionsreihen ausgewählter historischer Fotos verdeutlichten zusätzlich politische und gesellschaftliche Zusammenhänge.

 

Video: dataicon.gifGang durch die Ausstellung”  (für Windows Media Player, 990 KB)

 

 

Video: dataicon.gifLuftschutzkeller(für Windows Media Player, 230 KB)

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... wie im Voxhaus-Studio

 

 

 

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Ein typisches Wohnzimmer aus den zwanziger Jahren

 

 


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... im Luftschutzkeller

 

Sonderausstellung "Rundfunk in aller Welt"

 

Ausstellung Rundfunk in aller Welt: Im Untergeschoss des Museums wurde von 1975-1979 die Ausstellung "Rundfunk in aller Welt" gezeigt. An fünf ausgewählten Beispielen - Nigeria, Indonesien, Niederlande, USA und der Volksrepublik China - wurden durch die Präsentation von Originalprogrammen (Hörfunk und Fernsehen), Fotomaterial und statistischen Daten unterschiedliche Rundfunk-Systeme mit ihren gesellschaftspolitischen Funktionen aufgezeigt.

 

Bei der Auswahl der Länder spielten sowohl historische wie auch strukturelle Faktoren eine Rolle: Nigeria steht beispielhaft für Entwicklungsländer, die als ehemalige Kolonien sehr früh in den Besitz des Rundfunks kamen; ebenfalls Indonesien, das aber eine andere Struktur wählte. Demgegenüber wird das Rundfunksystem der Niederlande vorgestellt, das mit seinen privaten Vereinen eines der kompliziertesten Systeme Europas darstellt. Als Beispiel für kommerziellen Rundfunk gelten die USA. Im Gegensatz dazu steht die Volksrepublik China, deren Rundfunk in den Partei- und Staatsapparat eingebunden ist.

 

Verbindungsstück zwischen dieser und der im oberen Stock befindlichen Ausstellung "50 Jahre deutscher Rundfunk" war die Darstellung der "Deutschen Welle", die als Auslandssender Rundfunkprogramme in und aus Deutschland für Hörer in aller Welt produziert.

 

 

 

 

 

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Auf der Ausstellung "Rundfunk in aller Welt".

 

 

Ausstellung "Hörfunk im Zeitalter des Fernsehens"

 

Im Untergeschoss des Museums wurde von August 1979 bis August 1981 in 42 fortlaufenden grossen Zeichnungen, ergänzt durch Texte, Exponate und Tonbeispiele, die Entwicklung des Hörfunks von 1945 bis Ende der 70er Jahre skizziert.

 

Ende der 60er Jahre setzte eine Reform des Hörfunks ein als Antwort auf die Konkurrenz des Fernsehens.

 

Die Zeichnungen und Texte der Ausstellung erschienen 1979 als Leporello (Heide Riedel/OSWIN).

 

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Leporello von OSWIN

 

Ausstellung "Die Entwicklung des Fernsehens"

 

Olympia-Kamera 1936: Im Untergeschoss des Museums wurde von August 1981 bis September 1988 die Entwicklung des Fernsehens dargestellt.

 

Die Ausstellung versuchte, die wichtigsten Entdeckungen, Stationen und Erfindungen vorzustellen, die nötig waren, um unser heute wichtigstes Massenmedium zu entwickeln - angefangen bei den spekulativen Ideen des 19. Jahrhunderts über die mechanischen Lösungsvorschläge der 20er Jahre bis zum heutigen Farbfernsehstandard. mehr.jpg

 

Es wurde dabei zweigleisig vorgegangen: Eine Hälfte der Ausstellung befasst sich in Wort und Grafik mit historischen technischen Fakten, die zweite Hälfte ist ergänzend dazu ein bunter Bilderbogen aus Fotos, Zeichnungen, Zitaten und Exponaten.

 

Von den mechanischen Bildzerlegern des 19. Jahrhunderts und frühen elektronischen Fernsehkameras über die ersten Heimgeräte der 30er Jahre dieses Jahrhunderts mit elektronischer Bildröhre bis zur Neuheit der Internationalen Funkausstellung 1981, dem Farbfernsehgerät mit Mehrkanalton reicht das Angebot.

 

Video:  dataicon.gif  “Blick in die Ausstellung”  (für Windows Media Player, 240 KB)

 

 

 

 

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Olympia-Fernsehkamera 1936

 

Dauereinrichtungen

 

Schallplattencover: Vom Kopf zum Hörer. Im Untergeschoss des Museums gab es von 1975 bis 1988 neben den Wechselausstellungen eine Dauereinrichtung: Das Kunstkopf-Studio . Es hatte 12 Sitzplätze und bot Interessenten die Möglichkeit, Hörfunk-Produktionen der ARD in Kopfbezogener Stereophonie zu geniessen. Das Deutsche Rundfunk-Museum hat zwei Kunstkopf-Schallplatten in limitierter Auflage herausgegeben. Die erste Platte ”Vom Kopf zum Hörer” erschien 1975 und beinhaltet auf Seite 1 eine unterhaltende Dokumentation von Goetz Kronburger über die Entwicklung der Rundfunkübertragung mit akustischen Beispielen aus fünf Jahrzehnten. Auf Seite 2 befinden sich ein Ausschnitt aus dem RIAS-Hörspiel ”Demolition”, das Musikstück ”Gloria á 16” (Monteverdi-Chor Hamburg) und ein Ausschnitt aus ”Holiday am Marterhorn” der Gruppe KRAAN.

 

1977 folgte das Doppelalbum ”BERLIN HÖREN - Kunstkopf-Stereophone Impressionen”. Bei dieser Produktion wird aus Klang und Geräusch, Originaltönen also, eine Geschichte erzählt: ein Tag aus dem Leben Berlins.

 

1979 erschien ”BERLIN HÖREN” auch als Doppelcassette. Diese limitierten Auflagen waren Anfang der 80er Jahre schon ausverkauft.

 

 

Eine weitere feste Einrichtung war die Amateurfunk-Station mit dem Sonderrufzeichen DK0DR im Obergeschoss des Museums. Sie bot lizenzierten Funkamateuren - ob zufällig in Berlin zu Besuch oder ”Stammgästen” aus Berlin - eine Nutzung dieser Station in allen Betriebsarten. Sie bestand aus folgenden Geräten: 1-Kilowatt-Kurzwellen-Amateurfunk-Station für weltweiten Sprechfunk- und Telegrafie-Verkehr, 200-Watt-Kurzwellen-Amateurfunk-Station für Sprechfunk- und Telegrafie-Verkehr innerhalb Europas, UKW-Sende-Empfänger für ortsfesten FM-Sprechfunkverkehr, Monitor und Sendeaufbereitung für Amateurfunk-Schmalbandfernsehen (SSTV) und eine vollelektronische Morse- und Fernschreibanlage. In der Zeit von 1981 bis 1988 war im Museum auch die vollautomatische Fernschreib-Relaisfunkstelle DB0RX installiert.

 

Der Gerätekatalog des Museums

 

erna426x.jpg1975 brachte das Museum einen Gerätekatalog in Form einer Loseblatt-Sammlung in einem stabilen silberfarbenden Ordner heraus (1. Auflage). 1976, 1978 und 1980 wurde  die Blatt-Sammlung ergänzt. Die Stückzahl betrug 1000 Exemplare. 1981 gab es die 2. Auflage mit 2000 Exemplaren, die 1982 ,  1984 und 1987 ergänzt wurde.

 

Zu jeden Gerät wurden die Kerndaten, ein Schwarz-weiß-Photo und (ab  2. Auflage) in vielen Fällen das Schaltbild zusammengestellt.

 

Weiter gab es eine ausführliche Einführung in die Rundfunk-Geschichte und eine Beschreibung der damaligen Ausstellung des Museums.

 

Heute sind diese Kataloge mit einer Gesamt-Auflage von 3000 Stück vergriffen und stellen für Sammler eine begehrte Rarität dar.

 

 

Das Blatt oberhalb kann als Muster angeklickt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schallplattenhülle der Kunstkopf-Platte
"Vom Kopf zum Hörer"

 

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SFB-Talkshow in den Räumen des Deutschen Rundfunk-Museums

Im großen Ausstellungsraum links neben dem Eingang des Museums direkt unter dem Funkturm wurde in den Jahren um 1980 regelmäßig vom Sender Freies Berlin (SFB)  die Talkshow "Unter'm Funkturm" (unterm Funkturm) ausgestrahlt.  Wegen des geringen Raumangebots war es bei den Sendungen zwar immer recht eng und gedrängt, aber eben auch gemütlich. Jedesmal wurde ein TV-Übertragungswagen neben dem Museum aufgebaut. Sendetermin war jeweils Montag. Später änderte sich der Talkshow-Name in "Standort Funkturm" und  in "Auslandskorrespondenten zu Gast mit Gästen". Unser Vereinsmitglied Herr Thiele war damals zuständiger Redakteur beim SFB.

 

 

 

 

(Photo?)

 

 

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