Das Jahr 2007 stand, neben den regelmäßigen Vorbereitungen für die Zulieferungen der seit 1992 existierenden Publikation “Archiv des Rundfunk-Museums”, ganz im Zeichen der Teilnahme an der IFA 2007. Zuvor fanden im April die dritte Veranstaltung aus der Reihe “Technische Plaudereien” und danach im Oktober zwei Präsentationen “Technik zum Anfassen” in den Räumen des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins (ABSV) Berlin statt.
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Berlin sieht fern...
Technische Plaudereien im DRA Babelsberg
Das war das Thema der dritten Veranstaltung der “Technischen Plaudereien” am Standort Babelsberg des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) am 27. April 2007.
Es wurde ein Einblick in die Anfänge der Fernsehära in Deutschland gegeben, wobei die Entwicklung des elektronischen Fernsehens ab Anfang der 1930er Jahre im Vordergrund und im Mittelpunkt dazu der Fernsehempfänger FE VI von Telefunken, Baujahr 1937, standen.
Diese Veranstaltung schloss an die erste an, die die Entwicklung des mechanischen Fernsehens am Beispiel unseres Telehor Nipkowscheiben-Geräts beschrieb.
Eine kleine, aber technisch hoch interessierte Gruppe bestaunte den Jubilar, den 60 Jahre alten Fernseher FE VI. Als weiteres Jubiläum galt die am 15. Juli 1937 eingeführte 441-Zeilen-Norm, für die der FE VI ausgelegt ist.
Technisch ist das Gerät zwar betriebsbereit, nur mit der heutigen 625-Zeilen-Norm kommt es nicht zurecht - mit DVB-T-Signalen schon gar nicht...
Ein Bild kann heute nur durch Zwischenschaltung eines Normenwandlers dargestellt werden.
Das Photo oben rechts ist im Foyer des DRA in Potsdam Babelsberg aufgenommen. Ein Teil der Zuhörer und der FE VI und ganz rechts der Referent Reinhard Exner ist zu sehen. Das Photo oben links zeigt das geöffnete Gerät und gibt den Blick auf die senrecht montierte Bildröhre frei. Das Photo rechts zeigt die Zeilenrasterbildung. |
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IFA 2007

Die 25. Große Deutsche Funkausstellung 1967 in Berlin stand ganz im Zeichen des Starts des Farbfernsehens. Der damalige Außenminister Willy Brandt war gekommen, um den berühmten roten Knopf zu drücken, der die bis dahin schwarz-weißen in bunte Bilder umwandelte. Aber auf dieser Funkausstellung wurde noch eine andere Premiere gefeiert: die Eröffnung des Deutschen Rundfunk-Museums am 25. August 1967. Im Katalog der Funkausstellung war zu lesen: „An historischer Stätte, am Fuße des Funkturms inmitten des Geländes der Berliner Funkausstellung, ist der gegebene Platz für das Deutsche Rundfunk-Museum gefunden worden.“
Der 30. Geburtstag des Museums im August 1997 war auch sein letzter unter dem Funkturm in Berlin-Charlottenburg: Das Gebäude musste Ende Dezember 1997 wegen Eigenbedarfs der Messegesellschaft geräumt werden.
Am 31. August 2007 begann die Internationale Funkausstellung in Berlin. Nach 10jähriger Abwesenheit war das Deutsche Rundfunk-Museum wieder unter dem Funkturm zu finden - wenn auch nur für 6 Tage. Dank des großzügigen Entgegenkommens der Messe Berlin konnten wir mit einem 55 qm großen Stand in der Messehalle 2.2 unseren Verein, seine Arbeit und durch ausgewählte Exponate auch einen kleinen Teil unserer derzeit eingelagerten Sammlung den interessierten Besuchern vorstellen. Zu vielen Fragen aus den Bereichen um die Rundfunkgeschichte, wie Entwicklung der Gerätetechnik, Sammlung des DRM, Vereinsgeschichte usw., konnte das täglich anwesende Standpersonal (Sandra Smarsch, Reinhard Exner und das Vereinsmitglied Boris Witke, unterstützt im Wechsel von den Vereinsmitgliedern Peter Rahn und Rainer Steinführ und den Studenten Birgit Marschall und Kai Knörr) Auskunft geben. Den Vereinsmitgliedern sei auf diesem Wege nochmals für ihren unentgeltlichen Einsatz gedankt. An allen Tagen standen anwesende Vorstandsmitglieder für Fragen zum Verein und Museum zur Verfügung.

Den Messebesuchern konnten wir mit unserer Präsentation einen Einblick in die technische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland geben. Neben “stumm” ausgestellten Geräten, angefangen bei Detektor- und Audionempfängern der Jahrgänge 1924/25 bis hin zum Röhrenradio aus den 1960ern, frühen S/W-Fernsehempfängern der 1950er-Jahre bis zum Farbgerät aus 1992, wurden einige Geräte auch in Betrieb vorgeführt. Hierzu zählte besonders der Loewe Ortsempfänger OE 333, der, angeschlossen an einen Telefunken Arcophon-Lautsprecher, eigentlich nur stündlich eingeschaltet werden sollte, schließlich wegen des großen Interesses aber dann doch fast im Dauerbetrieb lief. Von den Besuchern bestaunt wurde auch die “Lichtleitertechnik” des Ingelen Geographic 39 und die Motorelektronik des Saba Freiburg Studio A, alle Geräte mit MP3-Audiobeiträgen aus den entsprechenden Jahrzehnten über kleine MW- bzw. UKW-Sender bespielt. Zum Thema Fernsehen - die IFA 2007 “feierte” ja auch das 40jährige Jubiläum der Einführung des PAL-Farbfernsehens in Deutschland - liefen Zusammenschnitte über frühere Funkausstellungen, so auch der berühmte Druck auf den “roten Knopf” vom damaligen Außenminister Willy Brandt am 25. August 1967. Hier waren in Betrieb ein Nachbau des Einheits-Fernsehempfängers E 1 für die Berichte der Vorkriegs-Funkausstellungen, ein Graetz Kurfürst F 371 aus 1960, ein Kaiser Prinz aus 1959, ein Telefunken PAL-Color 708 T aus 1967, ein Sony KV-1310 aus 1968 und ein Grundig Super Color 8884 Bt aus 1983. Auf einem Loewe studio 700 aus 1992 wurden Archivmaterialien und Informationen des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) Potsdam- Babelsberg, der derzeitigen “Heimat” des DRM, gezeigt.
Zum Team gehörten: Reinhard Exner, Peter Rahn, Sandra Smarsch, Rainer Steinführ, Boris Witke.
Weitere Informationen und Photos auch auf der WEB-Site unseres Mitgliedes Rainer Steinführ.
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Technik zum Anfassen
Am 12. und 13. Oktober waren wir zu Gast in den Seminarräumen des Allgemeinen Blinden- und Sehbehinderten Vereins in Berlin. Unter dem Motto “Technik zum Anfassen” stellte Herr Exner am Bespiel von einem guten Dutzend Radiogeräten, vom einfachen Schiebespulendetektor aus 1924 bis zum Stereoempfänger des Jahrgangs 1963, die Entwicklung der Radiotechnik in Deutschland vom Beginn des Unterhaltungsrundfunks 1923 bis zum Beginn des Stereorundfunks dar.
Alle Geräte standen im geöffneten Zustand - natürlich stromlos - auf den Tischen und somit konnte von den anwesenden blinden und sehbehinderten Teilnehmern auch das Innenleben ertastet und begutachtet werden. Die technische Weiterentwicklung des Aufbaus der Geräte und einzelner Bauelemente, z.B. der Röhren, über die vergangenen Jahrzehnte konnte so deutlich gemacht werden. Herr von Dincklage begrüßte an beiden Tagen die Anwesenden. Herr Dr. Fischer überbrückte mit zeitlich passenden Archivaufnahmen des DRA die Pausen. Sehr beeindruckt waren die Teilnehmer von technischen Besonderheiten wie z.B. der Loewe-Dreifachröhre, der Geographic-Skala von Ingelen, der Saba-Motorsuchlaufautomatic und eines noch mit Röhren bestückten Fahrradempfängers.
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