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IFA 2008
DRM-Stand auf der IFA 2008. Seit knapp 85 Jahren gibt es in Deutschland einen regelmäßigen Unterhaltungsrundfunk. Am 29. Oktober 1923 um 8.00 Uhr abends wurde aus dem Berliner VOX-Haus von der Radio-Stunde AG, die sich bald darauf in Funk-Stunde AG umtaufte, auf Welle 400 Meter der regelmäßige Sendebetrieb aufgenommen. Nur vier Monate später, am 1. März 1924, nahm in Leipzig die Mitteldeutsche Rundfunk AG, kurz MIRAG, als zweite deutsche Rundfunkanstalt den Betrieb auf. Bis Oktober 1924 kamen weitere sieben Bezirksgesellschaften hinzu, die nach Berliner Vorbild arbeiteten.
Das Netz der regionalen Rundfunkanstalten in Deutschland war geknüpft. Mit dem Rundfunk stand ein neues Medium für Unterhaltung und Information zur Verfügung. Zur Herstellung und zum Vertrieb von Rundfunkempfängern in Deutschland hatten ca. 18 Firmen, darunter Huth, Lorenz und Telefunken, eine Zulassung erhalten. Auf der ersten „Großen Deutschen Funk-Ausstellung“, die vom 4. bis 14. Dezember 1924 im Haus der Funkindustrie auf dem Berliner Messegelände stattfand, zeigten 242 Aussteller vornehmlich Detektoren, Röhrenempfänger und Kopfhörer.
Am 29. August 2008 öffnete die inzwischen wieder jährlich stattfindende Internationale Funkausstellung ihre Tore der Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Dank des großzügigen Entgegenkommens der Messe Berlin konnten wir mit einem 42 qm großen Stand in der Messehalle 2.2 unseren Verein, seine Arbeit und durch ausgewählte Exponate auch einen kleinen Teil unserer derzeit eingelagerten Sammlung den interessierten Besuchern vorstellen.
Wir konnten dort auf die Anliegen unseres Vereins aufmerksam machen und eine Auswahl an Rundfunkgeräten der vergangenen acht Jahrzehnte zur Schau stellen. Den Messebesuchern boten wir mit unserer Präsentation einen Einblick in die technische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland. Zu vielen Fragen aus den Bereichen um die Rundfunkgeschichte, wie Entwicklung der Gerätetechnik, Sammlung des DRM, Vereinsgeschichte usw., konnte das täglich anwesende Standpersonal (Reinhard Exner und das Vereinsmitglied Boris Witke, unterstützt im Wechsel von den Vereinsmitgliedern Sandra Smarsch, Peter Rahn und Rainer Steinführ) Auskunft geben. Den Vereinsmitgliedern sei auf diesem Wege nochmals für ihren unentgeltlichen Einsatz gedankt. An allen Tagen standen anwesende Vorstandsmitglieder für Fragen zum Verein und Museum zur Verfügung.
Den Messebesuchern konnten wir mit unserer Präsentation einen Einblick in die technische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland geben. Neben “stumm” ausgestellten Geräten in zwei Glasvitrinen (Vitrine 1: Detektor- und Röhrenempfänger 1924-1930, Vitrine 2: Kofferradios 1938-1993) und zwei großen Regalen (Röhrenradios 1930-1965) wurden einige Geräte auch in Betrieb vorgeführt. Hierzu zählte ein vom Mitglied Rainer Steinführ “präparierter” Siemens Detektorempfänger Rfe 8 (1925), der, angeschlossen an einen modulierten Messsender, einen Eindruck des umständlichen Detektorempfangs in der Anfangszeit des Unterhaltungsrundfunks widerspiegelte.
Ein Direktempfang in der Messehalle war wegen des hohen akustischen Lärmpegels leider nicht optimal. Von den Besuchern bestaunt wurde auch die “Kinoskala” des Sachsenwerk Olympia 6 (1935) und die “Lichtleitertechnik” des Ingelen Geographic 39 (1938). Neben dem vom Mitglied Boris Witke vorgeführten Schallbandspielers mit eingebautem Radioempfangsteil Tefifon-Koffer U (1957) fand bei den Gästen auch das im Dauerlauf betriebene Schaub-Lorenz music-center 5001 (1965) mit seinem “analogen Musikspeicher” (46 Stunden Kapazität) in Form eines 10,25 cm breiten Magnetbands mit 126 Spuren je 22 Minuten Laufzeit große Beachtung.
Neben dekorativ aufgestellten Musikmöbeln Telefunken Sessel-Phono-Super M 985 (1949), Sachsenwerk Radio-Barwagen Siesta (1954) und einer Radio-Fernsehkombination Graetz Kurfürst F 371 (1960) haben wir an den vor 25 Jahren eingeführten Informationsdienst “Bildschirmtext” (Btx) erinnert. Über einen originalen Loewe Btx-Decoder konnten wir auf einem Farbfernsehgerät die damaligen Btx-Informationsseiten des Deutschen Rundfunk-Museums vorführen. Daneben war die aktuelle Informationstechnik dargestellt: auf einem Notebook war der Zugang zur Internetseite des DRM für die Besucher verfügbar.
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Weitere Photos von der IFA 2008 finden Sie in unserer Photo-Galerie
und hier bei unserem Mitglied Rainer Steinführ auf seiner Homepage
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