In Größenordnungen gab es in Deutschland monochromes Fernsehen seit 1952 mit Vorläufern ab ca. 1936. Das PAL-Farbfernsehen wurde in Deutschland (Bundesrepublik) offiziell am 25.8.1967 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin durch den damaligen Außenminister Willy Brandt gestartet.
Dabei wurde auch der berühmte "rote Knopf" gedrückt, mit den damit verbundenen beiden kleinen technischen Pannen. 
In der ehemaligen DDR startete das SECAM-Farbfernsehen am 3.10.1969.
Es hatte schon viele Jahre zuvor Versuche und Probe-Einführungen von Farbfernsehen in verschiedenen Ländern gegeben. Hier ist vorrangig das amerikanische NTSC-System zu nennen. Es ist zum Schwarz-Weiss- Fernsehen fast 100 % kompatibel, Schwarz-Weiss-Fernseher können also die Farbsendungen farblos ebenfalls darstellen. Das NTSC-System mit 525 Zeilen wurde am 17.12.1953 in den USA einführt.
Ein gewisser Nachteil des (damaliger Stand der Studiotechnik und der Übertragungswege bis zum Fernsehgerät) NTSC-Systems bestand in der Gefahr von unregelmäßigen Farbfehlern, die sich auch ständig ändern konnten. Es gab hier Bemühungen, diese Problematik zu beseitigen. So meldete B.D. Loughlin in den USA ein Patent an, das diese Farbfehler von Bild zu Bild kompensieren sollte. Das Patent wurde aber nicht mit Leben erfüllt, stattdessen wurde der Farbton-Regler bei NTSC-Geräten üblich. Das Patent für europäische Länder erlosch 1960.
In Europa wurde in Frankreich ein eigenes Farbfernsehsystem SECAM (in verschiedenen Varianten) entwickelt. Ziel dieser Entwicklungen war die Farbfehlerkompensation von NTSC und teilweise auch die für Europa besser passende Zeilenzahl *. Farbfernsehsystem-Patentanmelder war Henri de France. Eine PAL-artige Patentanmeldung ** gab es im März 1962 von Gérad Melchior in Frankreich, ob es auch für Deutschland galt, ist derzeit unklar. In Deutschland wurden ab 1961 durch Walter Bruch von Telefunken Patentanmeldungen mit Zielrichtung auf das später sogenannte PAL-Farbfernsehen eingereicht. Der Patentantrag (1252731) vom 31.12.1962 ("Farbfernsehempfänger für ein farbgetreues NTSC-System") kam zum Tragen, es bezog sich im Wesentlichen auf die Laufzeitleitung im Dekoder. Walter Bruch weist in diesem Patentantrag auf das Vor-Patent von B.D. Loughlin hin.
Schon 1969 brachte Walter Bruch ein Buch mit dem Titel "Die Fernsehstory" (erschienen im Telekosmos-Verlag) heraus, in dem nicht nur die komplette Entwicklung des Fernsehens, sondern auch der Weg vom Nachkriegs NTSC zu PAL beschrieben wird. Auch schon hier zeigt Walter Bruch die Bedeutung von B.D. Loughlin, Henri de France, und Gerad Melchior in Bezug zu seinen Leistungen auf. Wer es nachlesen will: Seite 207-210 des erwähnten Buchs (leider nur noch antiquarisch erhältlich).
In dem Buch "PAL - Das Farbfernsehen", - Walter Bruch / Heide Riedel, Deutsches Rundfunk-Museum - zeigen die Autoren ausführlich und umfassend die Entwicklung des Farbfernsehens auf und Walter Bruch beschreibt ausdrücklich die Entwicklungsjahre und vergißt auch nicht die System-Konkurrenten Henri de France und B.D. Loughlin zu erwähnen. Einen Hinweis auf das Patent 928474 von Gérad Melchior gibt es nicht.
Die Patente selbst wiesen das Wort PAL (Phase Alternation Line = Phasenwechsel pro Zeile) noch nicht auf. Walter Bruch beschreibt in dem Buch "PAL - Das Farbfernsehen" die Namensfindung so: In der Nacht vom 2.1. zum 3.1.1963 bereiteten er und seine Mitarbeiter eine technische Demonstration vor, die der EBU-ad-hoc-Gruppe Fernsehen vorgeführt werden sollte. Es ergab sich, daß man nach einem prägnanten Begriff für das von Bruch angemeldete Patent suchen wollte. Die Techniker-Runde (eventuell auch Walter Bruch selbst) kam auf PAL.
NTSC, SECAM und PAL wurden konkurrierende Systeme. Ein mehrjähriger "Kampf" um die Länder, die Farbfernsehen einführen wollten entbrannte. Die Welt teilte sich in drei Verbreitungs-Zonen. Neben den wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Firmen spielte auch die Politik mit hinein. Walter Bruch und Telefunken konnten sich hier platzieren. Die drei Systeme hatten Vor- und Nachteile. Der Expertenstreit dazu geht bis heute. PAL kompensiert gut die Farbfehler mittels einer Ultraschallverzögerungsleitung und begleitender Elektronik und wandelt sie in weniger störende Farbsättigungsfehler um. Nachteil auch von PAL ist die Halbierung der vertikalen Auflösung: Immer zwei Zeilen bilden quasi eine Farbinformation.
In Expertenkreisen geht die Diskussion über den eigentlichen Erfinder von PAL bis heute weiter. Zum Patent von Gérad Melchior gibt es kontroverse Veröffentlichungen.
Die Industrie der beteiligten Länder einigte sich auf Regeln und gegenseitige Patentduldungen und Lizenzzahlungs-Modalitäten. Das ist ein Hinweis auf geschicktem Umgang mit Patent-Auslegungen und Unsicherheiten auf allen Seiten hinsichtlich der Patente-Lage durch die Firmen und Länder. Walter Bruch hat bei der Vorstellung und Werbung um das PAL-System aus Sicht von Telefunken und der Bundesrepublik Deutschland große Verdienste erworben und nicht zuletzt auch viele deutsche Arbeitsplätze geschaffen und gesichert. Lange Jahre wurden ausländische (insbesondere asiatische) PAL-Geräte für den deutschen Markt teilweise abgewehrt. So konnte beispielsweise Sony jahrelang mit seinen kleinen Trinitron-Farbgeräten nur sogenannte Simple-PAL-Modelle (ohne Laufzeitleitung) auf dem deutschen Markt anbieten.
Die Verleihung der Professur und der Ehrendoktorschaft belegt die Bedeutung von Walter Bruch für die Entwicklung und Markteinführung des PAL-Farbfernsehens nicht nur in Deutschland.
* = Im Schwarz-Weiss-Bereich gab es 3 Raster-Normen: USA 525 Zeilen 60 Hz, Frankreich 819 Zeilen 50 Hz, England 405 Zeilen 50 Hz, Deutschland und andere Länder 625 Zeilen 50 Hz. Das brachte Probleme bei der Kompatiblität schwarz-weiss / Farbe.
** = Der Wortlauf des Patents ist uns derzeit noch nicht bekannt. Nach Bekanntwerdung werden wir auf dieses Patent noch genauer eingehen können.
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